LAGE & BODEN
Die burgenländische Geschichte war lange Zeit eine ungarische. Furmint wurde über Jahrhunderte als Königssorte angebaut und geriet durch den Wandel der Zeit beinahe in Vergessenheit. Auf der Suche nach den Wurzeln unserer Identität wurde ich in alten Weingärten fündig. In gemischten Weingärten, die vor über 70 Jahren gepflanzt wurden, fand ich Trauben des sogenannten „Zapfner“, eine der burgenländischen Synonyme für die Sorte Furmint. Wir markierten die Stöcke, arbeiteten zusammen mit der ortsansässigen Rebschule an der Vermehrung derer und bekamen rasch die Bestätigung, dass es sich tatsächlich um Furmint Reben handelt. Der erste Weingarten wurde 2019 umveredelt, mit dem Rebmaterial wurde im Folgejahr ein komplett neuer Weingarten in Doppelstockerziehung mit Furmint gepflanzt. Die Überlegung war, den starken Wuchs durch die hohe Pflanzdichte (8.000-10.000 Stock/ha) zu regulieren. Der spätreifende Furmint fühlt sich auf der Südlage des Bodigrabens, auf Orthogneis, sehr wohl.
VINIFIKATION
Mitte September gelesen, wurden die ganzen Trauben gepresst und der gewonnene Saft durch Ausnützung der Gravitation in 500lt. & 600lt. Fässer Österreichischer Eiche gefüllt. Erst nach ein paar Tagen begann die spontane Gärung traubeneigener Hefen, die sehr langsam vonstatten ging. Auch dieser Wein gärte langsam dahin und beendete seine Aktivität erst im anschließenden Sommer, daher konnte auch hier auf sämtlichen Schwefelung während der Reifung verzichtet werden. Kurz vor der Abfüllung wurde leicht geschwefelt, nur um den Stressfaktor der Bewegung währenddessen auszugleichen.
Wein der geworden und nicht gemacht.




